Was EN 13892-10 regelt
EN 13892-10 ist Teil 10 der europäischen Prüfnormenreihe für Estrichmörtel und Estrichmassen. Sie beschreibt die Calciumcarbid-Methode, kurz CM-Messung. Das Wasser, das in einer zerkleinerten Estrichprobe innerhalb der Messzeit mit Calciumcarbid reagiert, erzeugt in einer Druckflasche Gas. Aus dem Gasdruck ergibt sich der Feuchtegehalt in CM-%. Die Norm gilt für Zement-, Calciumsulfat- und Magnesiaestriche nach EN 13813.
Auf Baustellen ist die CM-Messung seit Jahrzehnten das übliche Verfahren, um die Estrichfeuchte vor der Belagsverlegung zu prüfen. Ihre Durchführung war bisher national beschrieben, in Österreich in einer Richtlinie der Bundesberufsgruppe der Bodenleger (WKO), in Deutschland in DIN 18560-1 und in Verbandsmerkblättern. Mit EN 13892-10 ist das CM-Verfahren erstmals europäisch genormt. In Österreich erschien sie als ÖNORM EN 13892-10 (2025-10), in Deutschland als DIN EN 13892-10 (2025-11).
Messverfahren und Grenzwert
Die österreichische Ausführungsnorm ÖNORM B 5236 hat in der Ausgabe 2026-09 die CM-Messung als Prüfmethode aufgenommen und führt EN 13892-10 unter ihren normativen Verweisungen. Für die Belegreife sind zwei Dinge zu trennen: das Messverfahren und der Grenzwert, der eingehalten werden muss. Die Grenzwerte stehen in nationalen Regeln: in Österreich in der ÖNORM B 5236, in Deutschland in einer Empfehlung der Fachverbände von 2022.
Ein Messwert lässt sich nur mit einem Grenzwert vergleichen, der für dieselbe Art der Probenahme gilt. Die deutschen Fachverbände nennen deshalb für Parkett eigene Werte für Proben über den ganzen Estrichquerschnitt und für Proben aus dem unteren Bereich.
Praxishinweis
Für ein belastbares Ergebnis braucht es ein geprüftes CM-Gerät (Kontrolle mit Prüfampulle), die richtige Einwaage je Estrichart, vollständig zerkleinertes Prüfgut und ein Protokoll mit Messstelle, Estrichdicke, Entnahmeart und Messwert. Bei Heizestrichen wird nur an den ausgewiesenen Messstellen gemessen, damit keine Heizrohre beschädigt werden.