Was ÖNORM A 6240-2 regelt
Technische Zeichnungen im Hochbau folgen eigenen Regeln für Darstellung, Kennzeichnung und Bemaßung. ÖNORM A 6240-2 definiert diese Regeln für alle Planarten im Hoch- und Ingenieurbau – von der Übersicht bis zum Ausführungsdetail. Ausgenommen sind Bewehrungszeichnungen, die in anderen Normen behandelt werden.
Die aktuelle Ausgabe datiert vom Oktober 2025 und löst die vorherige Fassung von 2018 ab.
Geltungsbereich und Planarten
Die Norm gilt für alle Beteiligten, die Pläne erstellen, prüfen oder auswerten – also Architekten, Statiker, ausführende Betriebe und auch Verleger von Bodenbelägen. Sie umfasst Grundrisse, Schnitte, Ansichten und Detailzeichnungen. Für jede Planart legt sie typische Maßstäbe fest: Lagepläne und Übersichten werden in 1:500 oder 1:1000 gezeichnet, Ausführungspläne in 1:50, Detailzeichnungen in 1:10 bis 1:1.
Darstellung, Linien und Symbole
Geschnittene Bauteile erscheinen mit breiten Volllinien, sichtbare Kanten mit mittelbreiten, verdeckte Kanten gestrichelt. Bodenbeläge und Oberflächenangaben werden durch normierte Schraffuren oder Kurzzeichen gekennzeichnet. Höhenkoten geben Absolutwerte (Meter über Adria) oder Relativwerte an – etwa Fußbodenoberkante Erdgeschoss als ±0,00.
Die Bemaßung erfolgt in Metern für Gesamtmaße und in Zentimetern für Detailmaße; die Einheit wird weggelassen, wenn sie aus dem Zusammenhang eindeutig hervorgeht.
Relevanz für Bodenverlegearbeiten
Wer Bodenbeläge verlegt, liest täglich Pläne, die auf den Darstellungsregeln dieser Norm beruhen. Raumhöhen, Aufbauhöhen und Fußbodenoberkanten (FBOK) lassen sich nur korrekt auswerten, wenn Planer und Ausführender dieselbe Symbolik verwenden. Türanschlagsrichtungen und Schwellenhöhen für Anschlussdetails folgen ebenfalls der genormten Darstellung.
Ein häufiger Fehler: Aufbauhöhen werden aus dem Plan abgelesen, ohne zu unterscheiden, ob die eingezeichnete Höhenkote den Fertigfußboden (FFB) oder den Rohfußboden (RFB) meint. Diese Unterscheidung ist in der Höhenbeschriftung vermerkt – wird sie übersehen, entstehen Konflikte an Türübergängen und Raumanschlüssen.