Was EN 986 regelt
EN 986 ist eine reine Prüfnorm – sie beschreibt das Verfahren zur Messung von zwei spezifischen Eigenschaften textiler Bodenbelagsfliesen (Teppichfliesen):
- Maßänderung infolge wechselnder Feuchte- und Temperaturbedingungen (Dimensionsstabilität)
- Vertikale Flächenverformung (Schüsselung/Cupping): Abweichung der Fliese von der Planebene nach Klimawechselbeanspruchung
Die Norm enthält keine allgemeinen Produktanforderungen wie Maßtoleranzen, Kantengüte oder Nutzungsklassen – diese sind in EN 1307 (Polteppiche) bzw. EN 15114 (Teppichbeläge ohne Pol) geregelt. Beide Produktnormen rufen die Prüfmethode von EN 986 normativ auf.
Anwendungsbereich
Die Prüfnorm gilt für maschinengefertigte textile Bodenbelagsfliesen aller Rückenkonstruktionen. Sie wird sowohl für lose verlegte als auch für verklebte Teppichfliesen angewendet, da die Prüfbedingungen (Wasserlagerung, anschließende Trocknung) bewusst extreme Klimaeinflüsse simulieren – extremer als übliche Raumklimaverhältnisse.
Wesentliche Grenzwerte (aus referenzierenden Normen)
| Eigenschaft | Grenzwert |
|---|---|
| Maßänderung (Länge/Breite) | ≤ 0,2 % |
| Vertikale Flächenverformung (Schüsselung) | ≤ 2,0 mm |
Die Grenzwerte sind nicht Bestandteil von EN 986 selbst, sondern werden in den jeweiligen Produktnormen (z. B. EN 1307) festgelegt, die auf dieses Prüfverfahren verweisen.
Praxishinweis
Der Grenzwert von 2,0 mm für die Schüsselung ist nicht gleichzusetzen mit dem zulässigen Verformungsmaß unter Normalbetrieb – die simulierten Klimabedingungen sind deutlich extremer. Bei freier Verlegung ohne Verklebung sowie bei Fußbodenheizung sollten Produkte mit möglichst niedrigen Messwerten bevorzugt werden. Die Ebenheit des Untergrunds nach ÖNORM B 2236 bzw. DIN 18202 ist Voraussetzung für ein planebenes Fugenbild.
Stuhlrolleneignung ist nicht Gegenstand dieser Norm – die Prüfung erfolgt nach EN 985.