Sportbelag und Sportboden: wo der Unterschied liegt
Der Sportbelag ist die oberste Schicht, der Sportboden die ganze Konstruktion aus elastischer Unterkonstruktion und Belag. Eine einzelne Matte ist noch kein Sportboden. Diese Kategorie führt vier Gruppen: Sport-Vinyl-Bahnen und Sportparkett für die Hallenfläche, Vollgummi für Kraft- und Freihantelzonen, Nadelvlies-Hallenschutz für die Mehrzwecknutzung und ballistische Gummiplatten für Schießstätten.
Wie stark der Boden nachgibt und auf welcher Fläche, gibt die Bauart vor. Bei Wettkampfflächen legt sie der Sportfachverband fest.
| Bauart | Wirkung und übliche Ausführung |
|---|---|
| Flächenelastisch | Federt großflächig, in der Praxis Sportparkett auf Schwingboden. Die Bauart für Ballsport. |
| Punktelastisch | Federt lokal an der Auftrittstelle, meist Sport-Vinyl mit Schaumrücken. Gymnastik, Kursraum, Therapie. |
| Kombiniert-elastisch | Beide Wirkungen in einem Aufbau. |
| Mischelastisch | Die Versteifung steckt in der elastischen Schicht selbst. |
Sport-Vinyl und Sportparkett für die Hallenfläche
Wir führen 21 Sport-Vinyl-Bahnen; punktelastische Ausführungen haben meist einen Schaumrücken. Sie sind schnell verlegt und laufen fugenarm über große Flächen, dazu lassen sie sich linieren. Zehn Artikel haben eine Holzoptik, die übrigen Reihen haben kein Holzbild. In Turnhalle und Kursraum trägt dieselbe Fläche mehrere Sportarten und den Schulalltag.
Acht Artikel Sportparkett sind 3-Schicht-3-Stab-Elemente in Eiche und Esche, jeweils Natur und Rustic. Die Oberfläche ist drehstabil und lässt sich mehrfach schleifen, statt getauscht zu werden. Optisch trennt beide die Fuge: sichtbare Stabteilung gegen durchgehende Bahn. Sporthallenflächen werden nach EN 14904 ausgeführt, den Prüfnachweis der Konstruktion liefert der Systemgeber.
Fitnessboden aus Vollgummi für Kraftraum und Freihantelzone
Im Kraftraum zählt Schlagschutz, nicht die Sportfunktion der Hallenfläche. Die Sporthallennorm erfasst ihn nicht, und Fallschutznachweise aus dem Spielplatzbau sagen nichts über die Eignung im Studio. Der maßgebliche Lastfall ist die Freihantel- und Abwurfzone, wie sie auch im Crossfit-Training vorkommt: die Hantel fällt frei auf den Boden. Gummi wandelt diesen Aufprall in Wärme um, es wirkt nicht dadurch, dass es weich ist.
Vollgummi-Fliesen liegen lose und sind sofort nutzbar. Eine beschädigte Fliese tauschen Sie einzeln aus, ohne die Fläche zu sperren. Wir führen vier Vollgummi-Fliesen in zwei Ausführungen, schwarz oder mit farbiger EPDM-Einstreuung, dazu eine Puzzle-Matte aus SBR mit 15 mm. Das Gummi dieser Kategorie ist 15 bis 45 mm dick, dazu Blöcke mit 200 mm.
Die Dicke folgt dem Hantelfall: üblich sind 15 bis 30 mm, in Abwurfzonen mehrlagig, für Lifting-Zonen werden 40 mm genannt. Das sind Erfahrungswerte, eine vorgeschriebene Dicke oder Härte gibt es nicht. Planen Sie deshalb in Zonen: dickes Vollgummi in der Freihantelzone, punktstabiler Belag unter Cardio-Geräten, punktelastisches Sport-Vinyl im Kursraum. Zonenwechsel gehören über Übergangsprofile gelöst, Höhensprünge über 4 mm sind eine Stolperstelle. Klick-Vinyl gehört nicht unter schwere Geräte, weil Punktlasten die Verriegelung lösen.
Hallenschutz und ballistische Gummiplatten
Wird die Halle auch als Aula genutzt, schützt ein abnehmbarer Belag die Sportfläche. Dafür gibt es zwei Nadelvlies-Hallenschutzbeläge in 1 x 1 m und 2 x 1 m sowie einen Abdeckbelag als Rollenware.
Die ballistischen SBR-Systeme sind mit 23 Artikeln die größte Gruppe: 17 Platten mit 40 und 45 mm Nenndicke in den Formaten 50 x 50, 50 x 100, 100 x 100, 60 x 60 und 60 x 120 cm und 6 Blöcke mit 500 x 500 x 200 mm, wahlweise mit Standard- oder mit Spezialbindemittel. Sie sollen ein Geschoss einbetten, statt es abprallen zu lassen. Durchschusshemmend ist dafür der falsche Begriff, der gehört zu Bauteilen. Die Wirkung belegt nur ein Beschussprüfbericht am Muster. Eine europäische Produktnorm für Schießstandbeläge gibt es nicht, und die österreichische Schießstättennorm fordert am Boden eine Wirkung, ohne ein Material vorzuschreiben. Beim statischen Sportschießen trifft kaum ein Geschoss die Bahnsohle, beim dynamischen Schießen und im Einsatztraining braucht es geprüftes Material.
Welcher Sportboden zu welcher Nutzung passt
Die Nutzung der Fläche gibt den Sportbelag vor: Ballsport führt zum flächenelastischen Aufbau, Gymnastik und Therapie zum punktelastischen, Hantelbetrieb zu Vollgummi. Ein Hallenboden braucht einen mittleren Griff: zu wenig heißt Wegrutschen, zu viel Hängenbleiben in der Drehbewegung. In Umkleide und Nassbereich geht es um Rutschhemmung.
Die Brandklasse nach EN 13501-1 folgt aus dem Baurecht und der Nutzung des Gebäudes, nicht aus dem Produkt. Beläge tragen dabei den Index fl, im Sortiment sind Bfl-s1 und Cfl-s1 vertreten, belegt über die Leistungserklärung. Weitere Normen stehen im Normen-Lexikon. Im Shop grenzen Sie nach Format, Brandklasse, Materialoptik und Hersteller ein.
Untergrund und Verlegung beim Sportboden
Prüfen Sie vor der Verlegung Belegreife und Ebenheit des Untergrunds. Für Bodenbelagsarbeiten in Österreich regelt ÖNORM B 5236 Planung und Ausführung. Gummi verzeiht wenig, weil sich jede Unebenheit abzeichnet, deshalb wird gespachtelt, überschliffen und abgesaugt. Ebene Gummibeläge werden mit Dispersionsklebstoff geklebt, profilierte bis 4 mm ebenso, darüber mit Reaktionsharz. Bei Sportbodenkonstruktionen gilt stattdessen die Vorgabe des Systemgebers, die üblichen Klebemerkblätter nehmen sie aus. Zu kurze Akklimatisierung ist eine häufige Ursache für Spitznähte und Fugen. Den normativen Rahmen fasst der Beitrag Normen für Bodenbeläge in Österreich zusammen.
Gummibeläge im Studio: Pflege und Grenzen
Gummi ist abriebfest und dauerelastisch. Im Studio genügt meist tägliches feuchtes Wischen, fugenarme Beläge sind im Vorteil. Metallvernetzte Acrylbeschichtungen und Reiniger über pH 12 verträgt das Material nicht, genoppte Gummibeläge werden weder beschichtet noch versiegelt. Neue Gummiböden riechen anfangs, das gehört zum vulkanisierten Material.
Resteindrücke unter hoher Punktlast lassen sich nicht ganz ausschließen. Möbelgleiter mit großer ebener Aufstandsfläche und weiche Rollen halten sie klein. 70 bis 90 Prozent des Schmutzes kommen von außen herein. Eine ausreichend große Sauberlaufzone aus Eingangsmatten und Sauberlaufsystemen verlängert die Standzeit der Folgebeläge.
Nachbarkategorien, Muster und Unterlagen
- Kautschuk: gleiche Materialbasis, aber dünne geklebte Beläge ab 1,8 mm für Büro, Gesundheit und Verkehrsflächen. Wer keinen Schlagschutz braucht, nimmt Kautschukbeläge für große Flächen. Die Materialkunde steht im Beitrag Kautschukboden.
- Industriefliesen: Vollgummi-Fliesen für Werkstatt, Lager und Freihantelzone liegen unter Industriefliesen aus Vollgummi.
- PVC-Bahnen: Umkleide, Dusche und Nassbereich brauchen rutschhemmende, verschweißte PVC-Bahnenbeläge, ebenso Schießstätten, in denen nicht auf den Boden geschossen wird.
Wir liefern als Objektgroßhändler an Bodenleger, Raumausstatter, Planer sowie Hallen- und Studiobetreiber in Österreich. Muster gibt es über das Portal, Preise nennen wir zum konkreten Projekt. Die Brandklasse steht in der Leistungserklärung, Format und Dicke im Datenblatt, den Prüfnachweis der Konstruktion hält bei Sporthallen der Systemgeber bereit. Zu jeder Anfrage sagen wir, welche der vier Gruppen passt.