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Vinylboden: LVT-Planken und Fliesen

Vinylboden, auch Designboden oder LVT genannt, ist ein mehrschichtiger Bodenbelag mit einer Oberschicht aus PVC, der als Planke oder Fliese verlegt wird. Diese Kategorie führt alle drei Verlegearten: Dryback zum vollflächigen Verkleben, Klick-Vinyl für die schwimmende Verlegung und selbstliegendes Loose Lay. Die Dekore sind gedruckt und fühlbar strukturiert. Am stärksten vertreten sind Holzoptik, überwiegend Eiche, und Steinoptik mit Beton, Marmor und Kalkstein, dazu Fischgrät, Chevron und Hexagon. Die Nutzschicht liegt je nach Serie bei 0,30, 0,55 oder 1,0 mm. Nutzungsklasse und Brandverhalten stehen im Datenblatt jedes Artikels, Muster und Projektkonditionen gibt es auf Anfrage.

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Vinylboden, Designboden und LVT: ein Material, drei Namen

Vinylboden ist ein mehrschichtiger elastischer Bodenbelag mit einer Oberschicht aus PVC, der als Planke oder Fliese verlegt wird. Designboden ist der Sammelbegriff der Branche, die österreichischen Fachregeln führen die Kategorie als Designbeläge. LVT ist die englische Kurzform für Luxury Vinyl Tiles und meint immer Einzelelemente aus PVC, nie Bahnenware.

Der Aufbau ist bei allen Ausführungen ähnlich: eine transparente Nutzschicht trägt den Verschleiß, darunter liegen der Dekorfilm, ein Träger aus gefülltem PVC und ein Gegenzug. Der Träger hält das Element maßstabil.

Optiken und Formate beim Vinylboden

Verlegebild Amtico Signature Standard Advanced Stone Onyx Marble, Vinylboden: LVT-Planken und Fliesen
Amtico Signature Standard Advanced Stone · Onyx Marble

Das Dekor ist ein Druckbild. Deshalb reicht die Auswahl weiter als bei gewachsenen Materialien, und die Fläche bleibt in Farbe und Zeichnung gleichmäßig. Wir führen zwei Optiken im Schwerpunkt: Holzoptik, überwiegend Eiche, und Steinoptik mit Beton, Marmor und Kalkstein, im Handel oft Fliesenoptik genannt. Die Oberfläche ist fühlbar geprägt, Äste, Sägeschnitte und Steinfugen laufen mit dem Druckbild mit.

Die Formate stammen aus Zollmaßen. Große Fliesen wie 45,7 x 45,7 cm oder 91,4 x 91,4 cm wirken ruhig und flächig, schmale lange Planken strecken den Raum. Fischgrät, Chevron und Hexagon geben Empfangsflächen ein eigenes Muster, Akzentstreifen und Bordüren trennen Zonen ohne Materialwechsel. Weil jedes Element einzeln verlegt wird, lassen sich auch zwei Dekore in einer Fläche kombinieren.

Nutzschicht, Oberfläche und Reinigung

Wie lange das Druckbild sichtbar bleibt, bestimmt die transparente Nutzschicht. Wir haben sie in 0,30 mm, 0,55 mm und 1,0 mm. Mehr Nutzschicht bedeutet mehr Reserve gegen Abrieb, ersetzt aber nicht die Klassenangabe im Datenblatt. Darüber liegt fast immer eine werkseitige Polyurethan-Vergütung, die die Oberfläche schützt. Ein Teil der Dielen trägt eine keramisch verstärkte Polyurethan-Vergütung. Die eingelagerten Keramikpartikel machen die Oberfläche kratz- und abriebfester und erleichtern die Unterhaltsreinigung. Welche Serie das betrifft, steht im jeweiligen Datenblatt.

Gereinigt wird trocken mit Sauger oder Mopp und feucht mit einem leicht alkalischen Reiniger, auf großen Flächen mit dem Scheuersaugautomaten. Reinigungs- und Pflegemittel müssen zur Oberflächenvergütung passen, sonst kann eine Pflegebefilmung abblättern. Turnus und Reihenfolge richten sich nach dem Objekt und stehen in der Reinigungsanleitung zum Artikel. Den größten Effekt hat eine Sauberlaufzone über acht bis zehn Schritte.

Vinylboden kleben, klicken oder lose legen

Verlegebild Amtico Signature Designers Choice Endless Possibilities B,C Basket Weave DC545, Vinylboden: LVT-Planken und Fliesen
Amtico Signature Designers Choice Endless Possibilities B,C · Basket Weave DC545

Die drei Unterkategorien führen ähnliche Dekore und unterscheiden sich in der Konstruktion. Wer die Verlegeart zuerst festlegt, kürzt die Dekorauswahl deutlich ab.

AusführungAufbauVorteil
Dryback, vollflächig verklebtbis ca. 4 mm, keine Verbindung zwischen den Elementenfür hohe Beanspruchung, geringe Aufbauhöhe
Click, schwimmendab ca. 4 mm, Verriegelungssystem, auch als Rigid oder SPCdemontierbar, ohne Klebstoff verlegbar
Loose Lay, selbstliegendab ca. 4 mm, Kompaktträgerschnell verlegt und wieder aufgenommen

Verklebt fixiert jedes Element für sich, Maßänderungen verteilen sich gleichmäßig, statt sich über die Raumlänge zu summieren. Bei Bürodrehstühlen und an bodentiefen Glasfronten führt kein Weg daran vorbei. Klick-Vinyl bleibt sinnvoll, wenn die Fläche später wieder verschwinden soll. Es braucht dann Randfugen und verträgt keine schweren Einbauten. Loose Lay ist für leichte Beanspruchung vorgesehen, stärkere Nutzung nur mit Freigabe des Herstellers. Die Auswahl steht in Dryback-Klebevinyl, Klick-Vinyl und Loose-Lay-Designbelägen.

Nutzungsklasse: das Maß für die Beanspruchung

Die Nutzungsklasse nach EN ISO 10874 sagt, welcher Beanspruchung ein Belag standhält. Sie steht im Datenblatt und ist die erste Angabe, nach der ausgewählt wird. Das Sortiment deckt die Klassen 21 bis 43 ab, also Wohnen, Gewerbe und Industrie. Im Zweifel gilt die nächsthöhere Klasse.

KlasseTypische Flächen
23Wohnbau, Apartments, Ferienwohnungen
31Hotelzimmer, Konferenzräume, kleine Büros
33 bis 34Korridore, Lobbys, Schulen, Handelsflächen, Großraumbüros
42 bis 43Lagerräume und Fertigungsflächen mit stehender Arbeit

Wie die Skala aufgebaut ist und wie man die passende Stufe wählt, erklärt der Beitrag Nutzungsklassen bei Bodenbelägen.

Wo Vinylboden passt und wo nicht

Verlegebild Amtico Signature Standard Advanced Wood Chevron Clowes Oak, Vinylboden: LVT-Planken und Fliesen
Amtico Signature Standard Advanced Wood · Chevron Clowes Oak

Als Objektboden liegt Vinylboden in Handelsflächen und im Ladenbau, in Büros, Fluren, Eingangshallen und Foyers, in Schulen und Kindergärten, in Hotelzimmern und Gasträumen sowie in Praxen und Pflegeeinrichtungen. In der Industrie bleibt er auf Flächen mit Personenverkehr beschränkt.

Die Grenzen sind ebenso klar: Planken und Fliesen werden nicht verschweißt. Für Operations- und Behandlungsräume, Großküchen und echte Nassbereiche sind stattdessen PVC-Bahnen zum Verschweißen die richtige Wahl. Fugenfreiheit ist bei Einzelelementen nicht zugesichert, und Resteindrücke im Streiflicht lassen sich nicht vollständig ausschließen. An Glasfronten sind Beschattung und Lichtechtheit vorab zu klären.

Untergrund prüfen und im Bestand verlegen

Planung und Ausführung richten sich in Österreich nach ÖNORM B 5236. Deutsche Regelwerke, die viele Herstellerunterlagen zitieren, ersetzen sie nicht. Vor der Verlegung sind Ebenheit, Oberflächenfestigkeit und Belegreife zu prüfen und zu dokumentieren. Danach wird gespachtelt, das Material akklimatisiert und bei Dryback mit einem für die Beanspruchung freigegebenen Klebstoff gearbeitet.

In der Renovierung zählt die geringe Aufbauhöhe der verklebten Ausführung. Weil sie bis rund 4 mm aufträgt, müssen Türblätter, Zargen, Aufzugsschwellen und Anschlüsse an Nachbarbeläge nur selten angepasst werden. Auch die Verlegung auf einem festliegenden, grundgereinigten Altbelag ist möglich, allerdings nur mit einem dafür freigegebenen Klebesystem. Das entscheidet die Beurteilung des Untergrunds im Einzelfall. In genutzten Gebäuden kommt dazu, dass beschädigte Elemente später einzeln tauschbar bleiben. Wie sich Klebung und Klickverlegung in der Praxis unterscheiden, steht im Beitrag LVT kleben oder klicken.

Muster anfordern und richtig auswählen

Reschfloor führt Vinylboden im Großhandel und beliefert Bodenleger, Raumausstatter, Architekten und Einkäufer in Österreich ab dem eigenen Lager. Muster und Dekorkarten schicken wir auf Anfrage, Verfügbarkeiten und Projektkonditionen sehen angemeldete Kunden im Portal.

Ausgewählt wird in dieser Reihenfolge: zuerst die Nutzungsklasse, dann das Brandverhalten, das bei fast allen Artikeln dieser Kategorie mit Bfl-s1 angegeben ist, danach die Verlegeart, zuletzt das Dekor. Welche Anforderung an das Brandverhalten gilt, gibt in Österreich die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes vor. Die übrigen Prüfnormen und Kennwerte sammelt das Normen-Lexikon für Bodenbeläge.

Häufige Fragen

Gemeint ist dasselbe Produkt. Vinylboden ist die gängige Bezeichnung für einen mehrschichtigen Belag mit PVC-Oberschicht, Designboden der Sammelbegriff der Branche, LVT die englische Kurzform für Luxury Vinyl Tiles. LVT bezeichnet ausschließlich Einzelelemente, also Planken, Fliesen und geometrische Formate. Bahnenware fällt nicht darunter, Design-Dielen ohne PVC ebenso wenig.

Verklebt wird dort, wo die Fläche stark genutzt wird, wo Bürodrehstühle laufen oder wo Sonne durch bodentiefe Glasfronten fällt. Klick-Vinyl bleibt sinnvoll, wenn die Fläche später ohne Rückstände verschwinden soll. Es braucht Randfugen und verträgt keine schweren Einbauten auf der schwimmenden Fläche. Loose Lay ist für leichte Beanspruchung gedacht und bei stärkerer Nutzung nur mit Herstellerfreigabe einzusetzen.

Wir führen 0,30 mm, 0,55 mm und 1,0 mm. Eine dickere Nutzschicht bringt mehr Reserve gegen Abrieb, lässt sich aber nicht direkt in eine Beanspruchbarkeit umrechnen. Maßgeblich ist die Nutzungsklasse im Produktdatenblatt, die Nutzschicht ergänzt sie. In Flächen mit kurzen Nutzungszyklen wird bewusst auch eine geringere Stufe gewählt. Die Gesamtdicke folgt der Verlegeart: verklebte Elemente bauen bis rund 4 mm auf, Klick und Loose Lay ab etwa 4 mm.

Klasse 31 deckt Hotelzimmer, Konferenzräume und kleine Büros ab. Klasse 33 gilt für Korridore, Lobbys, Handelsflächen, Schulen und Großraumbüros und wird auch in Praxen, Krankenhäusern und Pflegeheimen angewendet. Klasse 34 steht für Mehrzweckhallen und Schalterräume. Die Skala ist in EN ISO 10874 festgelegt. Im Zweifel gilt die nächsthöhere Klasse.

Holzoptik, überwiegend Eiche, und Steinoptik mit Beton, Marmor und Kalkstein sind am stärksten vertreten. Die Formate stammen aus Zollmaßen. Verbreitet sind Fliesen in 45,7 x 45,7 cm, 45,7 x 91,4 cm und 91,4 x 91,4 cm sowie Planken in verschiedenen Längen. Dazu kommen Fischgrät, Chevron, Hexagon, Akzentstreifen und Bordüren. Bahnenware führt die Kategorie nicht.

Ja, wenn der Wärmedurchlasswiderstand des gesamten Bodenaufbaus gering bleibt. Als Richtwert gilt 0,15 m²K/W. Fußbodenheizungen sind auf Oberflächentemperaturen bis 29 °C ausgelegt, viele Hersteller elastischer Beläge begrenzen ihr Produkt auf 25 bis 28 °C. Maßgeblich ist die Angabe im Datenblatt. Passt sie nicht zur Anlage, ist eine schriftliche Bedenkenanmeldung fällig.

Planken und Fliesen werden nicht verschweißt. Für Operations- und Behandlungsräume, Großküchen, Lebensmittelproduktion und echte Nassbereiche sind sie deshalb die falsche Wahl, dort gehören verschweißte Bahnen hin. Regelmäßiger Staplerverkehr und Maschinenbetrieb sind ausgeschlossen. Hubwagen bis rund eine Tonne sind nur auf verklebtem Aufbau und entsprechend vorbereitetem Untergrund vorgesehen. Fugenfreiheit ist bei Einzelelementen nicht zugesichert, und in Sonnenzonen an Glasfronten sind Beschattung und Lichtechtheit zu klären.

Trocken mit Sauger oder Mopp, feucht mit einem leicht alkalischen Reiniger, auf großen Flächen mit dem Scheuersaugautomaten. Die Mittel müssen zur Oberflächenvergütung passen, sonst kann eine Pflegebefilmung abblättern; eine Testfläche klärt das vorab. Den Turnus gibt das Objekt vor, den Rahmen die Reinigungsanleitung des Herstellers. Kratzer sitzen meist nur in der Vergütung und lassen sich mit Reparatursystemen beheben.
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