Messung der antibakteriellen Aktivität auf Kunststoffen und anderen nicht-porösen Oberflächen
Stand: 03.08.2026 · portal.reschfloor.com
ISO 22196 beschreibt ein standardisiertes Laborverfahren zur quantitativen Bestimmung der antibakteriellen Aktivität auf Kunststoffen und anderen nicht-porösen Oberflächen. Das Verfahren legt dabei fest, wie Testbakterien auf die Oberfläche aufgebracht, inkubiert und anschließend ausgezählt werden, um die Keimreduktion gegenüber einer unbehandelten Referenzprobe zu ermitteln.
Der Geltungsbereich von ISO 22196 umfasst ausschließlich nicht-poröse Materialien – also z. B. PVC-Beläge, Kautschuk, Linoleum oder beschichtete Oberflächen. Textile Beläge wie Teppichbahnen oder Teppichfliesen sind ausgeschlossen; für poröse und textile Materialien existieren eigene Prüfverfahren.
Eine definierte Bakteriensuspension – üblicherweise Staphylococcus aureus und Escherichia coli – wird auf die Probenoberfläche aufgebracht und mit einer Folie abgedeckt. Nach 24-stündiger Inkubation bei 35 °C wird die Anzahl überlebender Bakterien bestimmt und mit einer unbehandelten Kontrollprobe verglichen.
Das Ergebnis wird als logarithmische Keimreduktion R angegeben:
| Parameter | Vorgabe |
|---|---|
| Inkubationstemperatur | 35 °C ± 1 °C |
| Inkubationsdauer | 24 h |
| Prüforganismen | S. aureus (ATCC 6538P), E. coli (ATCC 8739) |
| Probenanzahl je Variante | mindestens 3 behandelte + 3 unbehandelte |
| Probengröße | 50 mm × 50 mm |
Für nicht-poröse Bodenbeläge – insbesondere PVC-Homogenbeläge und -Heterogenbeläge im Gesundheitswesen, in der Lebensmittelverarbeitung oder in Labors – ist ISO 22196 direkt anwendbar. Hersteller können damit nachweisen, dass zugesetzte antibakterielle Wirkstoffe (z. B. Silberionen) im Labortest wirksam Keime reduzieren.
Die Methode bildet jedoch keine realen Nutzungsbedingungen ab: Mechanische Beanspruchung, Reinigungsmitteleinfluss und Alterung des Belags werden nicht berücksichtigt. Ein R-Wert ≥ 2,0 im Labortest sagt daher nichts über die dauerhafte Wirksamkeit nach Jahren des Betriebs aus. Bei Ausschreibungen für hygienisch sensible Bereiche empfiehlt es sich daher, neben dem Labornachweis auch Beständigkeitsdaten nach Reinigung und Abnutzung anzufordern.