DACH-Äquivalent: DIN EN 16165; ÖNORM EN 16165
Zuletzt geprüft: 20.03.2026
Rutschhemmung Prüfung

Was EN 16165 regelt

EN 16165 fasst die in Europa verbreitetsten Prüfverfahren zur Bestimmung der Rutschhemmung von begehbaren Fußböden in einem einzigen europäischen Dokument zusammen. Die Norm legt die Prüfmethodik fest – Mindestanforderungen an Rutschhemmwerte werden weiterhin in nationalen Regelwerken definiert, etwa in der DGUV Regel 108-003, der ASR A1.5/1,2 oder der ÖNORM Z 1261.

Die Norm gilt für alle Arten von Bodenbelägen und Bodenoberflächen im Innen- und Außenbereich, einschließlich Beschichtungen und Platten. Sie wurde 2021 als europäische Norm verabschiedet; die deutsche Fassung als DIN EN 16165 erschien im Februar 2023, die österreichische Umsetzung als ÖNORM EN 16165 im März 2023.

Die vier Prüfverfahren im Überblick

VerfahrenAnhangPrinzipErgebnisVorgänger
Schiefe Ebene barfuß (Wasser)APrüfperson geht barfuß auf geneigter, nassbenetzter PlatteNeigungswinkel → Gruppen A, B, CDIN 51097
Schiefe Ebene beschuht (Öl)BPrüfperson geht mit Prüfschuh auf geneigter, ölbenetzter PlatteNeigungswinkel → R-Klassen R9–R13DIN 51130
Pendelgerät (PTV)CPendelschlagprüfgerät misst den Reibungswiderstand der OberflächePendel-Testwert (PTV)EN 13036-4 / BS 7976
Tribometer (dynamisch)DMessgerät wird unter definiertem Druck über die Oberfläche gezogenDynamischer Reibungskoeffizient (DCOF)DIN 51131

Verhältnis zu nationalen Regelwerken

Die R-Klassifizierung (R9–R13) aus Anhang B und die Barfuß-Gruppen A–C aus Anhang A sind nicht gegeneinander austauschbar; auch lassen sich die Ergebnisse der vier Verfahren nicht direkt vergleichen. In Österreich definiert die ÖNORM Z 1261 die Mindest-Rutschhemmklassen für unterschiedliche Nutzungen; in Deutschland tun dies ASR A1.5/1,2 und DGUV Regel 108-003. Da die Prüfergebnisse nach EN 16165 den alten Einzelnormen als gleichwertig anerkannt werden, behalten bestehende Prüfzeugnisse nach DIN 51130, DIN 51097 und DIN 51131 ihre Gültigkeit.

Praxishinweis

Die R-Klasse auf einem Produktdatenblatt gilt für den Neuzustand unter definierten Laborbedingungen mit festgelegtem Gleitmittel. Verschleiß, Reinigungsmittelrückstände und veränderte Oberflächenstrukturen können die tatsächliche Rutschhemmung im Einbauzustand erheblich beeinflussen. Wer dies bei der Planung nicht berücksichtigt, riskiert, dass eine im Labor geprüfte Fläche nach Jahren den geforderten Mindestwert nicht mehr erreicht.

Gilt oft in Verbindung mit: