DACH-Äquivalent: DIN EN 15330-1; ÖNORM EN 15330-1
Zuletzt geprüft: 31.01.2025
Prüfung Verlegung Untergrund

Was EN 15330-1 regelt

Die Norm legt die Leistungsanforderungen, Dauerhaftigkeitseigenschaften und Prüfverfahren für Kunstrasensysteme fest, die vorwiegend im Außenbereich für Sport- und Freizeitnutzung eingesetzt werden. Erfasst werden komplette Systeme bestehend aus Kunstrasenbelag, Einfüllmaterial und elastischer Tragschicht.

Natürliche Rasenflächen, reine Nadelvlies-Beläge (Teil 2 der Normenreihe) sowie Kunstrasen für rein dekorative Zwecke ohne sportliche Nutzung fallen nicht unter den Geltungsbereich.

Wesentliche Anforderungen

Sportfunktionelle Eigenschaften

EigenschaftPrüfverfahrenAnforderungsbereich (Beispiel Fußball)
Stoßdämpfung (Kraftreduktion)EN 1480855 – 70 %
Vertikale VerformungEN 148094 – 9 mm (sportartabhängig)
BallrollverhaltenEN 12234Sportartspezifisch definiert
BallrücksprungEN 12235Sportartspezifisch definiert
DrehwiderstandEN 15301-125 – 50 Nm

Technische Materialeigenschaften

EigenschaftPrüfverfahren
Faserzugfestigkeit und ReißdehnungEN 13864
UV-Beständigkeit (Alterung)EN 20105-A02 / EN 13864 nach Belichtung
WasserdurchlässigkeitEN 12616
Ausreißfestigkeit der FaserbüschelAnhang der Norm
NahtfestigkeitEN 12228
Abriebbeständigkeit (Lisport-Test)EN 15306

Klassifizierung nach Nutzung

Die Anforderungsprofile unterscheiden sich je nach Sportart: Fußball, Hockey, Rugby-Union-Training, Tennis und Multisport werden separat behandelt. Die konkreten Grenzwerte für Ballverhalten, Stoßdämpfung und Drehwiderstand variieren je nach vorgesehenem Einsatzzweck. Zusätzlich werden Anforderungen an die Beständigkeit gegen Witterung, mechanische Beanspruchung und UV-Strahlung gestellt.

Praxishinweis

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die Bewertung des Kunstrasens ausschließlich anhand des Oberbelags ohne Berücksichtigung des Gesamtsystems. Die sportfunktionellen Werte (Stoßdämpfung, Verformung, Drehwiderstand) hängen entscheidend von der elastischen Tragschicht sowie Art und Menge des Einfüllmaterials ab. Prüfungen nach EN 15330-1 sind sowohl als Laborprüfungen (Typprüfung) als auch als In-situ-Prüfungen (Kontrollprüfung vor Ort) vorgesehen. Nach dem Einbau und anschließend alle zwei bis drei Jahre empfiehlt sich eine Kontrollprüfung durch ein akkreditiertes Prüfinstitut.

Gilt oft in Verbindung mit: