Was DIN 51953 regelte
DIN 51953 beschrieb das Prüfverfahren zur Bestimmung der elektrostatischen Ableitfähigkeit von Bodenbelägen, die in explosionsgefährdeten Räumen eingesetzt werden sollten. Kernziel war der Nachweis, dass ein Bodenbelag elektrostatische Ladungen sicher ableitet und dadurch die Zündgefahr in Ex-Zonen reduziert.
Die Norm galt für organische Bodenbeläge unterschiedlichster Art und legte fest, wie der elektrische Ableitwiderstand zwischen einer aufgesetzten Elektrode und dem Erdungspunkt zu messen ist. Das Prüfprinzip bestand darin, eine definierte Gleichspannung anzulegen und den resultierenden Widerstand in Ohm zu ermitteln.
Geschichte und Rückzug
DIN 51953 erschien erstmals 1960 und wurde 1975 in einer überarbeiteten Fassung (Ausgabe 1975-08) neu herausgegeben. Bereits 1998 zog das Deutsche Institut für Normung die Norm zurück und ersetzte sie durch die europäisch harmonisierte DIN EN 1081:1998-04. Damit wurde das rein national geprägte Prüfverfahren durch eine europaweit einheitliche Methode abgelöst.
Die aktuelle und gültige Fassung der Nachfolgenorm lautet DIN EN 1081:2021-01 mit dem Titel „Elastische, Laminat- und modulare mehrschichtige Bodenbeläge – Bestimmung des elektrischen Widerstandes“. Ihr Anwendungsbereich ist gegenüber DIN 51953 deutlich erweitert: Sie erfasst nicht nur Beläge in Ex-Zonen, sondern alle elastischen, Laminat- und mehrschichtigen Bodenbeläge, für die elektrostatische Eigenschaften geprüft werden müssen.
Bedeutung für die Praxis
Wer heute die elektrostatische Ableitfähigkeit von Bodenbelägen prüfen oder nachweisen muss – etwa für ESD-Schutzkonzepte, Operationssäle oder explosionsgefährdete Bereiche – verwendet DIN EN 1081:2021-01. DIN 51953 ist als zurückgezogene Norm nicht mehr normativ anwendbar. Ältere Ausschreibungen, Gutachten oder Abnahmeprotokolle, die noch auf DIN 51953 verweisen, sollten auf DIN EN 1081 aktualisiert werden.
Das grundlegende Messprinzip (Dreifußelektrode, definierte Prüfspannung, Messung des Ableitwiderstandes unter kontrolliertem Klima) blieb in der Nachfolgenorm erhalten, wurde aber präzisiert und an den aktuellen Stand der Technik angepasst.