Prüfung von Bodenbelägen – Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft – Verfahren zur Messung des Gleitreibungskoeffizienten
Stand: 25.08.2026 · portal.reschfloor.com
DIN 51131 legte ein Verfahren zur Bestimmung des dynamischen Gleitreibungskoeffizienten (µ) auf begehbaren Bodenbelagsoberflächen fest. Gemessen wurde mit einem motorgetriebenen Gleitmessgerät, das einen definierten Gleitkörper mit konstanter Geschwindigkeit (0,2 m/s) und Anpresskraft über den Bodenbelag zieht. Der gemessene Reibungswiderstand, dividiert durch die Auflagekraft, ergibt den µ-Wert.
Ein wesentlicher Vorteil gegenüber der schiefen Ebene nach DIN 51130: DIN 51131 war ausdrücklich auch für Messungen an bereits verlegten Böden konzipiert – direkt auf der Baustelle oder im Betrieb. Das machte das Verfahren besonders wertvoll bei Reklamationen und Schadensbeurteilungen.
DIN 51131 galt für Bodenbeläge ohne oder mit geringem Verdrängungsraum (maximal Klasse V4): elastische Beläge, textile Böden, Laminat, Parkett, keramische Fliesen, Naturstein sowie Beschichtungen. Die Messung konnte unter trockenen, nassen und mit Gleitmittel versehenen Bedingungen durchgeführt werden – mit standardisierten Gleitern aus SBR-Gummi oder Leder.
Eine Messreihe bestand aus fünf Einzelmessungen; die ersten beiden wurden verworfen. Der Mittelwert aus den Messungen drei bis fünf ergab den repräsentativen µ-Wert. Gemessen wurde stets in der Richtung der geringsten Rutschhemmung. Prüfinstitute orientierten sich bei der Bewertung am DGUV-Bewertungskonzept (DGUV Information 208-041): µ ≥ 0,45 gilt als ausreichend rutschhemmend.
Wichtig: Ein Umrechnen von µ-Werten in R-Klassen (R9–R13 nach DIN 51130) ist physikalisch nicht möglich – die beiden Verfahren sind nicht vergleichbar.
Mit Veröffentlichung der europäischen Norm DIN EN 16165 im Dezember 2021 wurde DIN 51131 zurückgezogen. Das Tribometerverfahren lebt inhaltlich als Anhang D in DIN EN 16165 weiter. Prüfzeugnisse nach DIN 51131:2014-02 und nach DIN EN 16165 Anhang D werden von den Unfallversicherungsträgern als gleichwertig anerkannt, sofern der SBR-Gleiter verwendet wurde. DIN EN 16165 führt zusätzlich einen neuen Mix-Gleiter ein, der in DIN 51131 nicht enthalten war; dessen Ergebnisse sind nicht rückwärtskompatibel.