DACH-Äquivalent:
Zuletzt geprüft: 20.03.2026
Estrich Untergrund Prüfung Verlegung

Was DIN 18560-7 regelt

DIN 18560-7 behandelt Estriche, die besonders hohen mechanischen, chemischen oder thermischen Beanspruchungen ausgesetzt sind – sogenannte Industrieestriche oder hochbeanspruchbare Estriche. Die Norm definiert Anforderungen an Material, Planung, Ausführung und Prüfung dieser Estriche. Sie gilt für Estriche auf Trenn- und Dämmschichten sowie für Verbundestriche in gewerblich und industriell genutzten Bereichen.

Nicht erfasst werden Estriche mit üblicher Wohn- oder Büronutzung – diese fallen unter DIN 18560-1 bis DIN 18560-4.

Wesentliche Anforderungen nach DIN 18560-7

Bindemittelarten und Beanspruchungsklassen

DIN 18560-7 unterscheidet Industrieestriche nach Bindemittelart (Zement, Hartstoff, Magnesia, Gussasphalt, Kunstharz) und ordnet sie Beanspruchungsgruppen zu. Die Einstufung erfolgt anhand der zu erwartenden mechanischen Belastung (Rad- und Flächenlasten, Schlag- und Verschleißbeanspruchung).

EigenschaftPrüfung/KlasseRelevanz
DruckfestigkeitNach Bindemittelart, z. B. CT-C30 bis CT-C80 bei ZementestrichenBestimmt Tragfähigkeit unter Flächenlasten
Oberflächenzugfestigkeit≥ 1,5 N/mm² (häufige Mindestanforderung für Belagverlegung)Entscheidend für Haftung von Klebstoffen und Belägen
VerschleißwiderstandBöhme-Scheibe oder BCA-Verfahren, klassifiziert nach BeanspruchungsgruppeBei direkt genutzten Industrieestrichen ohne Belag
EbenheitGemäß DIN 18202, Tabelle 3Voraussetzung für planebene Verlegung elastischer Beläge
RestfeuchteCM-Messung: Zementestrich ≤ 2,0 CM-%, bei Beheizung ≤ 1,8 CM-%Pflichtprüfung vor Belagverlegung

Schichtdicken

Die Mindestschichtdicken richten sich nach Estrichart, Beanspruchungsgruppe und Einbauweise (Verbund, auf Trennschicht, auf Dämmschicht). Typische Mindestdicken für Zement-Industrieestriche auf Dämmschicht liegen bei 45–75 mm je nach Festigkeitsklasse und Belastung.

Praxishinweis

Häufiger Fehler bei der Verlegung von elastischen Belägen auf Industrieestrichen: Die Oberflächenzugfestigkeit wird nicht geprüft, obwohl Hartstoffestriche oder nachbehandelte Industrieestriche trotz hoher Druckfestigkeit eine unzureichende Oberflächenhaftung aufweisen können. Vor der Belagverlegung ist neben der CM-Feuchtemessung stets eine Haftzugprüfung durchzuführen. Schleifen oder Kugelstrahlen der Oberfläche ist bei verdichteten Hartstoffestrichen oft zwingend erforderlich, um eine tragfähige Klebefläche herzustellen. DIN 18560-7 ist dabei in Verbindung mit DIN EN 13813 und DIN 18560-1 anzuwenden.

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Gilt oft in Verbindung mit: