DACH-Äquivalent: DIN EN ISO 23999; ÖNORM EN ISO 23999
Zuletzt geprüft: 16.07.2025
Prüfung Verlegung

Was EN ISO 23999 regelt

EN ISO 23999 legt ein Prüfverfahren fest, mit dem die Dimensionsstabilität (Längen- und Breitenänderung) sowie die Schüsselungsneigung (Curling, vertikale Verformung) elastischer Bodenbeläge nach Einwirkung erhöhter Temperatur bestimmt werden. Die aktuelle Fassung ist EN ISO 23999:2025, die im Mai 2026 als DIN EN ISO 23999:2026-05 und ÖNORM EN ISO 23999:2026-05-15 übernommen wurde. Sie ersetzt die Vorgängerfassung EN ISO 23999:2021.

Die Norm gilt für Bahnenware, Fliesen und Dielen aus elastischen Materialien, darunter PVC-Homogen- und PVC-Heterogenbeläge, Linoleum, Kautschuk sowie mehrschichtige Beläge einschließlich LVT. Textile Bodenbeläge, keramische Fliesen, Parkett, Laminat und starre Beläge ohne elastische Komponente sind ausdrücklich nicht erfasst.

Prüfprinzip und wesentliche Messgrößen

Quadratische Probekörper werden nach Konditionierung im Normklima (23 °C, 50 % relative Luftfeuchte) vermessen, anschließend einer definierten Wärmebehandlung im Wärmeschrank ausgesetzt und nach erneuter Konditionierung wieder vermessen. Erfasst werden zwei Kennwerte:

Die Neufassung 2025 präzisiert den Begriff „Schüsselung“ ausdrücklich als vertikale Verformung, was die Messvorschrift gegenüber der 2021er-Ausgabe klarer abgrenzt.

Grenzwerte und Produktnormen

Die Norm selbst legt kein Bestanden/Nicht-bestanden-Kriterium fest. Die zulässigen Grenzwerte werden in den jeweiligen Produktnormen definiert, beispielsweise in EN ISO 10582 für heterogene PVC-Fliesen, EN ISO 10581 für homogene PVC-Bahnen, EN 548 für Linoleum oder EN 1817 für Kautschukbeläge. Maßgeblich ist stets die aktuell gültige Fassung der zutreffenden Produktnorm.

Praxisrelevanz

Bei Dryback-Belägen und Loose-Lay-Produkten ist die Dimensionsstabilität besonders kritisch, da diese Beläge ohne vollflächige Verklebung verlegt werden. Erhöhte Maßänderungen können im Gebrauch zu Fugenbildung oder Aufschüsselung führen. Sie liefert die Prüfgrundlage, um diese Risiken vor dem Einbau messtechnisch zu beurteilen.

Gilt oft in Verbindung mit: