DACH-Äquivalent: DIN EN ISO 105-X12; ÖNORM EN ISO 105-X12
Zuletzt geprüft: 20.03.2026
Prüfung

Was EN ISO 105-X12 regelt

EN ISO 105-X12 beschreibt das Prüfverfahren zur Bestimmung der Reibechtheit gefärbter Textilien. Dabei wird die Farbübertragung von der Prüfoberfläche auf ein standardisiertes weißes Reibgewebe ermittelt – sowohl bei trockener als auch bei nasser Reibung. Die Norm gilt für textile Flächengebilde aller Art, einschließlich textiler Bodenbeläge wie Teppichbahnen und Teppichfliesen.

Prüfprinzip und Bewertung

Versuchsaufbau

Ein normierter Reibfinger (Durchmesser 16 mm) wird unter definiertem Anpressdruck (9 N) mit einem weißen Baumwoll-Reibtuch über die Prüffläche geführt. Es werden 10 Reibzyklen auf einer Strecke von 100 mm ausgeführt – getrennt für den trockenen und den nassen Zustand.

Bewertung

Note (Graumaßstab)Bedeutung
5Keine sichtbare Farbübertragung
4Geringe Farbübertragung
3Deutliche Farbübertragung
2Erhebliche Farbübertragung
1Starke Farbübertragung

Die Bewertung erfolgt visuell mittels Graumaßstab nach EN ISO 105-A03. Zwischennoten sind zulässig. Die nasse Reibechtheit fällt in der Praxis fast immer niedriger aus als die trockene.

Prüfbedingungen

Praxishinweis für textile Bodenbeläge

Bei dunklen Teppichböden und Teppichfliesen wird die Reibechtheit häufig erst nach der Verlegung zum Problem – etwa wenn helle Socken oder Möbelstoffe verfärbt werden. Wer Reklamationen vermeiden will, fordert vom Hersteller Prüfberichte nach EN ISO 105-X12 mit konkreten Noten an. Für textile Bodenbeläge gilt in der Praxis eine trockene Reibechtheit von mindestens Note 4 und eine nasse von mindestens Note 3 als Mindesterwartung. Die Prüfung misst ausschließlich die Farbmigration, nicht den mechanischen Verschleiß.

Gilt oft in Verbindung mit: