Akustik – Messung der Schalldämmung von Bauteilen im Prüfstand – Teil 5: Anforderungen an Prüfstände und Prüfeinrichtungen
Stand: 26.08.2026 · portal.reschfloor.com
EN ISO 10140-5 definiert die baulichen und messtechnischen Anforderungen an Laborprüfstände, in denen die Luft- und Trittschalldämmung von Bauteilen gemessen wird – darunter Bodenbeläge, Deckenauflagen und schwimmende Estriche. Die Ausgabe 2021 löst die Fassung von 2014 ab und ist Teil der fünfteiligen Prüfnormenreihe EN ISO 10140, die das ältere Regelwerk EN ISO 140-1 bis EN ISO 140-8 ersetzt hat.
Die Norm betrifft ausschließlich Laborprüfstände, nicht Messungen am Bau (dafür gilt EN ISO 16283).
| Parameter | Anforderung |
|---|---|
| Raumvolumen Sende-/Empfangsraum | jeweils mindestens 50 m³ |
| Prüföffnung (Luftschall) | ca. 10 m² (zwischen 10 und 20 m²) |
| Rohdecke (Trittschall) | Massivdecke aus Beton, Flächenmasse ca. 300 kg/m² |
| Flankenübertragung | Muss so gering sein, dass sie das Messergebnis nicht verfälscht; Mindest-Flankendämmmaß normativ vorgegeben |
Die Trittschallverbesserung (ΔLw) von Bodenbelägen – elastische Beläge (PVC, Kautschuk, Linoleum), Teppichböden, LVT, Laminat mit Unterlagen – wird nach EN ISO 10140-3 auf einem Prüfstand gemessen, der den Anforderungen von EN ISO 10140-5 entspricht. Ohne normkonformen Prüfstand sind die Messwerte nicht vergleichbar und für Nachweise nach ÖNORM B 8115-4 oder den OIB-Richtlinien nicht verwendbar.
Trittschallverbesserungswerte (ΔLw) aus Produktdatenblättern sind nur dann belastbar, wenn sie auf einem Prüfstand nach EN ISO 10140-5:2021 ermittelt wurden. Werte aus nicht normkonformen Prüfständen weichen häufig erheblich ab. Bei der Planung des Schallschutzes nach ÖNORM B 8115-4 ist daher stets auf den Verweis auf die Prüfnorm im Prüfbericht zu achten – fehlt dieser, ist der angegebene ΔLw-Wert nicht belastbar.