DACH-Äquivalent: ÖNORM EN ISO 10140-5; DIN EN ISO 10140-5
Zuletzt geprüft: 20.03.2026
Trittschall Prüfung

Was EN ISO 10140-5 regelt

EN ISO 10140-5 definiert die baulichen und messtechnischen Anforderungen an Laborprüfstände, in denen die Luft- und Trittschalldämmung von Bauteilen gemessen wird – darunter Bodenbeläge, Deckenauflagen und schwimmende Estriche. Die Ausgabe 2021 löst die Fassung von 2014 ab und ist Teil der fünfteiligen Prüfnormenreihe EN ISO 10140, die das ältere Regelwerk EN ISO 140-1 bis EN ISO 140-8 ersetzt hat.

Die Norm betrifft ausschließlich Laborprüfstände, nicht Messungen am Bau (dafür gilt EN ISO 16283).

Wesentliche Anforderungen

Prüfstandsgeometrie

ParameterAnforderung
Raumvolumen Sende-/Empfangsraumjeweils mindestens 50 m³
Prüföffnung (Luftschall)ca. 10 m² (zwischen 10 und 20 m²)
Rohdecke (Trittschall)Massivdecke aus Beton, Flächenmasse ca. 300 kg/m²
FlankenübertragungMuss so gering sein, dass sie das Messergebnis nicht verfälscht; Mindest-Flankendämmmaß normativ vorgegeben

Prüfeinrichtungen

Relevanz für Bodenbeläge

Die Trittschallverbesserung (ΔLw) von Bodenbelägen – elastische Beläge (PVC, Kautschuk, Linoleum), Teppichböden, LVT, Laminat mit Unterlagen – wird nach EN ISO 10140-3 auf einem Prüfstand gemessen, der den Anforderungen von EN ISO 10140-5 entspricht. Ohne normkonformen Prüfstand sind die Messwerte nicht vergleichbar und für Nachweise nach ÖNORM B 8115-4 oder den OIB-Richtlinien nicht verwendbar.

Praxishinweis

Trittschallverbesserungswerte (ΔLw) aus Produktdatenblättern sind nur dann belastbar, wenn sie auf einem Prüfstand nach EN ISO 10140-5:2021 ermittelt wurden. Werte aus nicht normkonformen Prüfständen weichen häufig erheblich ab. Bei der Planung des Schallschutzes nach ÖNORM B 8115-4 ist daher stets auf den Verweis auf die Prüfnorm im Prüfbericht zu achten – fehlt dieser, ist der angegebene ΔLw-Wert nicht belastbar.

Gilt oft in Verbindung mit: