Akustik – Messung der Schalldämmung von Bauteilen im Prüfstand – Teil 1: Anwendungsregeln für bestimmte Produkte
Stand: 03.08.2026 · portal.reschfloor.com
Die Normenreihe ISO 10140 beschreibt, wie die akustische Wirksamkeit von Bauteilen im Labor gemessen wird. Teil 1 dieser Reihe legt die produktspezifischen Anwendungsregeln fest: Wie müssen Bodenbeläge, schwimmende Estriche oder Dämmunterlagen im Prüfstand eingebaut sein, damit die Messergebnisse vergleichbar und reproduzierbar sind?
EN ISO 10140-1 erfasst eine Reihe von Bauprodukten, für die allgemeine Messvorschriften allein nicht ausreichen – weil ihre akustische Wirkung stark vom Einbau abhängt. Dazu gehören unter anderem:
Für jede dieser Produktgruppen definiert die Norm konkrete Einbau- und Prüfbedingungen – zum Beispiel welche Referenzdecle zu verwenden ist oder wie Randbedingungen im Prüfstand herzustellen sind.
Teil 1 ist keine eigenständige Messnorm, sondern ein ergänzendes Regelwerk. Die eigentlichen Messprozeduren für Trittschall stehen in ISO 10140-3, für Luftschall in ISO 10140-2. Teil 4 behandelt Mess- und Berichtsanforderungen, Teil 5 die Anforderungen an den Prüfstand selbst. EN ISO 10140-1 bindet all diese Teile zusammen, indem sie sicherstellt, dass produkttypische Besonderheiten korrekt berücksichtigt werden.
In der Praxis ist die Norm immer dann anzuwenden, wenn der Trittschallminderungs-Kennwert ΔLw eines Belags oder einer Unterlage nach ISO 10140-3 gemessen wird. Die Prüfung nach dieser kombinierten Methode liefert den Wert, der in Produktdatenblättern ausgewiesen wird und für den Schallschutznachweis nach DIN 4109 benötigt wird. Ohne die produktspezifischen Einbauregeln aus Teil 1 wären Laborergebnisse verschiedener Prüfinstitute kaum vergleichbar.
Die aktuelle Ausgabe 2021-09 löst die Vorgängerfassung von 2016 ab und wurde im Zuge einer umfassenden Überarbeitung der gesamten ISO-10140-Reihe veröffentlicht.