Elastische Bodenbeläge – Bestimmung der Fleckenempfindlichkeit
Stand: 03.08.2026 · portal.reschfloor.com
EN 423 legte das Prüfverfahren fest, mit dem die Widerstandsfähigkeit elastischer Bodenbeläge gegenüber fleckenbildenden Substanzen beurteilt wird. Die Norm galt für alle gängigen elastischen Belagstypen – darunter homogene und heterogene PVC-Beläge, Linoleum, Kautschuk und LVT. Sie bildete die messtechnische Grundlage für Herstellerangaben zur Chemikalienbeständigkeit und floss als Eigenschaftsnachweis in Produktnormen und Ausschreibungen ein.
Chemische Substanzen – flüssig oder pastös – wurden für definierte Einwirkzeiten auf die Oberfläche von Probekörpern aufgebracht. Nach Ablauf der Kontaktzeit und anschließender standardisierter Reinigung beurteilten Prüfer die Oberfläche unter normierten Beleuchtungsbedingungen visuell: Verfärbungen, Trübungen oder bleibende Flecken wurden dokumentiert. Für besonders hartnäckige Verunreinigungen war eine zusätzliche mechanische Behandlung vorgesehen.
EN 423 kam überall dort zum Einsatz, wo Bodenbeläge einer erhöhten Chemikalienexposition ausgesetzt sind: Gesundheitswesen, Laborumgebungen, Industrie sowie gewerbliche Büro- und Objektbereiche. Das Prüfergebnis nach EN 423 war Bestandteil vieler Produktnormen für elastische Beläge – etwa für homogene PVC-Beläge nach EN ISO 10581 oder Linoleum nach EN 548.
EN 423 wurde 2012 zurückgezogen und durch EN ISO 26987 (DIN EN ISO 26987:2012-04) ersetzt. Die Nachfolgenorm basiert auf ISO 26987:2008 und harmonisiert das Prüfverfahren international; der Anwendungsbereich wurde dabei auf Chemikalienbeständigkeit erweitert. Für aktuelle Ausschreibungen, Leistungserklärungen nach EU-Bauproduktenverordnung und technische Datenblätter ist ausschließlich EN ISO 26987 heranzuziehen. Produktunterlagen, die noch EN 423 referenzieren, entsprechen dem Stand vor 2012.