Klebstoffe – Prüfverfahren für Klebstoffe für Boden- und Wandbeläge aus Kunststoff oder Gummi – Bestimmung der Maßänderungen nach beschleunigter Alterung
Stand: 03.08.2026 · portal.reschfloor.com
EN 1903 war eine europäische Prüfnorm, die sich nicht mit Bodenbelägen selbst, sondern mit den Klebstoffen für Boden- und Wandbeläge aus Kunststoff oder Gummi befasste. Konkret beschrieb sie ein Verfahren zur Messung der Maßänderungen, die im verklebten System nach einer beschleunigten Alterung auftreten.
Die Norm ist zurückgezogen und wurde 2019 durch EN ISO 22635 abgelöst.
Beim Prüfverfahren nach EN 1903 wurde ein Kunststoff- oder Gummibelag auf einem definierten Untergrund verklebt und anschließend kontrollierten Alterungszyklen ausgesetzt – typischerweise erhöhte Temperaturen kombiniert mit wechselnder Feuchtigkeit. Vor und nach dieser Beanspruchung wurden die Abmessungen der Probe in Längs- und Querrichtung gemessen. Aus der Differenz ergab sich die Maßänderung des gesamten verklebten Systems.
Dieser Ansatz ist bewusst systemorientiert: Bewertet wird nicht der Belag allein, sondern das Zusammenspiel aus Belag, Klebstoff und Untergrund. Damit liefert die Prüfung praxisnahe Hinweise auf die Dimensionsstabilität des Verbundes unter thermischer und hygrischer Langzeitbeanspruchung.
Die Prüfung nach EN 1903 ist klar von anderen Normen zu unterscheiden: Die EN ISO 23999 beispielsweise misst die Maßhaltigkeit und das Schüsseln von elastischen Bodenbelägen ohne Klebstoff nach Wärmeeinwirkung. EN 1903 hingegen prüfte immer im verklebten Zustand und beurteilte damit maßgeblich das Klebstoffverhalten.
Die Norm wurde mit Erscheinen der Nachfolgenorm EN ISO 22635:2019 zurückgezogen. Die letzte gültige Ausgabe von EN 1903 datiert auf Juli 2015. EN ISO 22635 übernimmt denselben Prüfgedanken, wurde aber auf ISO-Ebene harmonisiert und trägt damit als internationale Norm zu einer weltweit einheitlicheren Bewertung von Klebstoffen für elastische Bodenbeläge bei.
Im deutschsprachigen Raum gilt EN ISO 22635 als DIN EN ISO 22635:2019-11 bzw. ÖNORM EN ISO 22635. Für Fachplaner und Verleger, die ältere Prüfberichte nach EN 1903 interpretieren, ist die inhaltliche Kontinuität zur Nachfolgenorm hoch – das Prüfprinzip blieb im Wesentlichen erhalten.