DACH-Äquivalent: ÖNORM EN 1815, DIN EN 1815
Zuletzt geprüft: 17.03.2026
Prüfung Verlegung

Was EN 1815 regelt

EN 1815 legt das Prüfverfahren zur Bestimmung der elektrostatischen Neigung von elastischen Bodenbelägen (PVC, Kautschuk, Linoleum, LVT) sowie modularen mechanisch verriegelnden Bodenbelägen (MMF) und Laminatböden fest. Gemessen wird die Körperspannung einer Testperson beim Begehen des Belags unter definierten Klimabedingungen – im Labor oder in situ. Textile Beläge fallen nicht in den Geltungsbereich dieser Norm.

Wesentliche Änderungen in der Fassung 2025

Klassifizierung nach EN 1815

Die Bewertung erfolgt anhand des gemessenen Spitzenwerts der Körperaufladung in Kilovolt (kV):

BewertungGrenzwertTypische Anwendung
Antistatisch≤ 2 kVBüro, EDV-Bereiche, Gesundheitswesen
Nicht klassifiziert> 2 kVWohnbereich, unkritische Gewerbebereiche

Die Prüfung nach EN 1815 erfolgt bei 23 °C und 25 % relativer Luftfeuchte – dem ungünstigsten praxisrelevanten Klimazustand für elektrostatische Aufladung.

Rechtliches

In sensiblen Bereichen (z. B. OP-Säle, Serverräume, explosionsgefährdete Zonen) können Ausschreibungen oder behördliche Vorgaben einen Nachweis mit dem Grenzwert ≤ 2 kV zwingend verlangen. Eine fehlende Deklaration kann zur Nachbesserungspflicht führen.

Hinweis: Diese rechtlichen Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Rechtsberatung.

Praxishinweis

Der 2-kV-Grenzwert aus EN 1815 wird häufig mit ESD-Schutz (Electrostatic Discharge) gleichgesetzt – das ist nicht korrekt. Für ESD-kritische Umgebungen (z. B. Elektronikmontage) gelten eigenständige Normen mit deutlich niedrigeren Ableitwiderständen. Ein Belag, der den Grenzwert erfüllt, ist antistatisch im Sinne des Gehkomforts, aber nicht automatisch ESD-geprüft.

Gilt oft in Verbindung mit: