Messung von Gehschall auf Fußböden im Prüfstand
Stand: 03.08.2026 · portal.reschfloor.com
EN 16205 legt das Laborverfahren zur Messung des Gehschalls fest. Gehschall ist der Luftschall, der im selben Raum wahrgenommen wird, in dem ein Fußboden begangen wird – er unterscheidet sich grundlegend vom Trittschall, der als Körperschall in andere Räume übertragen wird. Die Norm erfasst den von einer Deckenauflage auf einer Bezugs-Betondecke abgestrahlten Schall bei Anregung durch ein Norm-Hammerwerk.
Der Anwendungsbereich umfasst textile Bodenbeläge, elastische Beläge (PVC, Linoleum, Kautschuk), Laminat sowie mehrschichtige modulare Beläge. Schwimmende Estriche ohne Gehbelag fallen nicht in den Geltungsbereich.
Beim Prüfaufbau nach EN 16205 wird der Bodenbelag auf einer Stahlbetonplatte mit definierten Abmessungen verlegt. Ein Norm-Hammerwerk regt den Boden an; der abgestrahlte Schalldruckpegel wird im Prüfraum frequenzbandweise gemessen – einmal mit und einmal ohne Belag. Die Differenz erlaubt einen reproduzierbaren Produktvergleich.
Gehschall und Trittschall sind akustisch unterschiedliche Phänomene. Zwischen Trittschallminderung (ΔLw) und Gehschallreduktion besteht kein direkter, einfacher Zusammenhang. Gehschalldämmung ist eine Eigenschaft des Belags als Raumausstattung; Trittschalldämmung ist eine bautechnische Aufgabe des Unterbodenaufbaus.
Die geltende Fassung EN 16205:2020 wurde im Februar 2021 als DIN EN 16205 und im März 2021 als ÖNORM EN 16205 veröffentlicht. Sie ersetzt die Vorgängerausgabe von 2013 mit Änderung A1 (2018). Im Labor ermittelte Gehschallwerte sind nicht direkt auf die Einbausituation übertragbar – Wechselwirkungen mit Untergrund, Verlegeart und Raumgeometrie beeinflussen das Ergebnis in der Praxis. Die Norm dient primär dem reproduzierbaren Produktvergleich.