Laminatböden – Prüfverfahren zur Bestimmung der Mikrokratzbeständigkeit
Stand: 03.08.2026 · portal.reschfloor.com
Laminatböden werden im Alltag vor allem durch Schuhsohlen, Möbelrücken und andere feine Kontakte belastet, die auf der Nutzoberfläche kaum sichtbare, aber optisch störende Mikrokratzer hinterlassen. Diese Kratzerform unterscheidet sich grundlegend vom klassischen Abrieb – sie lässt sich nicht mit der AC-Klasse nach EN 13329 erfassen. Die Prüfnorm EN 16094 schließt diese Lücke und liefert reproduzierbare Messwerte für die Mikrokratzbeständigkeit von Laminatböden.
Für die Prüfung wird ein Martindale-Gerät eingesetzt: Der Prüfkörper bewegt sich in einer Lissajous-Figur über die Probenoberfläche und simuliert so den vielrichtigen Schliff des Alltags. Die aktuelle Ausgabe von 2021 unterscheidet drei Verfahren:
Jedes Verfahren mündet in einer MSR-Klasse (Micro Scratch Resistance). Die Klasseneinteilung erfolgt anhand definierter Schwellenwerte für Glanz oder Kratzer-Sichtbarkeit.
Die Norm gilt für alle handelsüblichen Laminatbodentypen. Sie wird typischerweise zusammen mit EN 13329 (Anforderungen und Eigenschaften) sowie EN 14978 (Hochglanzböden) und EN 15468 (Matten Oberflächen) angewendet. Die MSR-Kennzeichnung ergänzt – ersetzt aber nicht – die AC-Klasse.
Gerade in büroähnlich genutzten Räumen mit Bürostühlen oder in Verkaufsflächen können Mikrokratzer das optische Erscheinungsbild früher beeinträchtigen als der klassische Abrieb. Wer Laminatböden für solche Bereiche ausschreibt, sollte neben der AC-Klasse auch die MSR-Klasse angeben. Auf dem Produktdatenblatt findet sich die MSR-Klasse in der Regel direkt neben der AC-Klasse – bei Produkten, die nach der aktuellen Ausgabe 2021 geprüft wurden.