DACH-Äquivalent: DIN EN 13845; ÖNORM EN 13845
Zuletzt geprüft: 31.01.2025
Rutschhemmung Prüfung Verlegung

Was EN 13845 regelt

EN 13845 legt Anforderungen an elastische Bodenbeläge aus Polyvinylchlorid (PVC) fest, deren Nutzschicht durch eingebettete Partikel (z. B. Korund, Quarz, Siliziumkarbid) dauerhaft rutschhemmend ausgerüstet ist. Die Norm gilt für Beläge in Bahnen- und Plattenform für gewerbliche und industrielle Anwendungen.

Nicht erfasst sind PVC-Beläge ohne Partikeleinstreuung sowie Beläge, deren Rutschhemmung ausschließlich durch Oberflächenprägung oder Beschichtung erzielt wird.

Wesentliche Anforderungen

Die Norm definiert Mindestanforderungen für folgende Eigenschaften:

EigenschaftPrüfnormAnforderung
Rutschhemmung (Pendelprüfung)CEN/TS 16165, Anhang CPendelwert ≥ 36 PTV (nass)
Rutschhemmung Rampenprüfung beschuht (ESf)Anhang CNeigungswinkel ≥ 20° (nass)
Rutschhemmung Rampenprüfung Barfuß (ESb)Anhang CNeigungswinkel ≥ 15° (nass)
Rutschhemmung nach Abrieb (Partikelerhalt)Anhang DVerlust von max. 10 % der Partikel nach definierter Zyklenzahl
MaßbeständigkeitEN 434≤ 0,40 %
Eindruckverhalten (Resteindrucktiefe)EN 433≤ 0,1 mm
BiegsamkeitEN 435Kein Riss bei Biegung um definierten Dorn
StuhlrolleneignungEN 425Für gewerbliche Typen: bestanden

Ein Kernmerkmal von EN 13845 ist die Prüfung der Rutschhemmung nach simuliertem Verschleiß. Dabei wird sichergestellt, dass die Antirutsch-Eigenschaft durch die eingebetteten Partikel über die Nutzungsdauer erhalten bleibt.

Klassifizierung

Die Beläge werden nach EN ISO 10874 in Nutzungsklassen eingeteilt (gewerblich 31–34, industriell 41–43). Die Klassifizierung basiert auf der Mindestgesamtdicke sowie auf drei nutzungsdauerbezogenen Prüfungen: Partikelerhalt, Stuhlrollenprüfung und Nahtfestigkeit.

Praxishinweis

Die Rutschhemmungsklassen nach EN 13845 (ESf / ESb) sind nicht identisch mit den R-Klassen nach DIN 51130 (schiefe Ebene, R9–R13). Beide Prüfverfahren verwenden unterschiedliche Kontaminationsmittel, Schuhwerk und Bewertungssysteme. Wird in der Ausschreibung eine bestimmte R-Klasse gefordert, ist ein zusätzlicher Nachweis nach DIN 51130 erforderlich – ein Zertifikat nach dieser Norm allein reicht nicht aus.

Gilt oft in Verbindung mit: