DACH-Äquivalent: DIN EN 13813; ÖNORM EN 13813
Zuletzt geprüft: 20.03.2026
Estrich Untergrund Prüfung

Was EN 13813 regelt

Estriche im Innenbereich bestehen aus Mörtel und Massen, die bestimmte Festigkeits- und Dauerhaftigkeitsanforderungen erfüllen müssen. Die Norm definiert, welche Eigenschaften ein Estrichmörtel oder eine Estrichmasse haben muss, bevor sie auf die Baustelle kommt – unabhängig davon, ob sie werkgemischt oder vor Ort hergestellt wird.

Bindemittelklassen

Das Klassifizierungssystem unterscheidet fünf Bindemittelgruppen:

Das Kürzel steht immer am Anfang der Produktbezeichnung und gibt an, welches Bindemittel verarbeitet wurde.

Festigkeitsklassen C und F

Neben der Bindemittelklasse werden Druck- und Biegezugfestigkeit getrennt ausgewiesen:

EigenschaftKurzzeichenBeispielklassen
DruckfestigkeitCC5, C12, C20, C25, C30, C40
BiegezugfestigkeitFF1, F3, F5, F7, F10, F20

Die Zahlenwerte geben die Mindestfestigkeit in N/mm² an. Ein Produkt der Klasse CT-C25-F5 ist demnach ein Zementestrich mit mindestens 25 N/mm² Druckfestigkeit und mindestens 5 N/mm² Biegezugfestigkeit.

Weitere klassifizierte Eigenschaften

Zusätzlich lassen sich Verschleißwiderstand (Böhme-Klasse A bzw. BCA-Klasse AR), Rollbelastbarkeit (RWA) sowie Schwindmaß, Haftzugfestigkeit und chemische Beständigkeit deklarieren – je nach geplantem Verwendungsbereich.

Rechtlicher Rahmen

Die Norm ist eine harmonisierte europäische Norm unter der EU-Bauproduktenverordnung (CPR). Produkte, die in ihren Anwendungsbereich fallen, benötigen eine Leistungserklärung (DoP) und die CE-Kennzeichnung – keine freiwillige Auszeichnung, sondern eine gesetzliche Anforderung für das Inverkehrbringen im Europäischen Wirtschaftsraum.

Praxishinweis

Für die Planung eines Bodenaufbaus reicht die Estrichmörtel-Norm allein nicht aus: Sie regelt das Produkt, nicht den verlegten Estrich als Bauteil. Letzteres wird durch Ausführungsnormen wie die österreichische ÖNORM B 2232 oder die deutsche DIN 18560-Reihe erfasst. Gerade unter weichen Belägen wie PVC oder Linoleum wird neben der Druckfestigkeit oft die Biegezugfestigkeit unterschätzt – ein zu niedriger F-Wert erhöht das Rissrisiko deutlich.

Gilt oft in Verbindung mit: