DACH-Äquivalent: DIN EN 13329; ÖNORM EN 13329
Zuletzt geprüft: 11.07.2025
Prüfung Verlegung Untergrund

Was EN 13329 regelt

EN 13329:2024 ist die zentrale europäische Produktnorm für Laminatbodenbeläge. Die aktuelle Fassung fasst die drei bisherigen eigenständigen Normen EN 13329, EN 14978 und EN 15468 zu einem einheitlichen Regelwerk zusammen und deckt damit alle wesentlichen Deckschichttypen ab:

Die Norm definiert Anforderungen an Laminatelemente, deren Trägerplatten typischerweise aus Holzwerkstoffen (z. B. HDF) bestehen. Sie umfasst Klassifizierung, Leistungsanforderungen, Prüfverfahren sowie Anforderungen an Kennzeichnung und Verpackung.

Nicht erfasst sind Mehrschichtparkett, Vinyl- oder Designbeläge sowie Bereiche mit häufiger Feuchtigkeitsbelastung (z. B. Badezimmer, Saunen), sofern der Hersteller keine ausdrückliche Freigabe erteilt.

Wesentliche Änderungen gegenüber der Vorgängerausgabe

Nutzungsklassen

Die Einstufung erfolgt nach EN ISO 10874 in Nutzungsklassen (NK):

NutzungsklasseBereichBeanspruchung
21Wohnenmäßig
22Wohnennormal
23Wohnenstark
31Gewerblichmäßig
32Gewerblichnormal
33Gewerblichstark
34Gewerblichsehr stark

Wesentliche Prüfeigenschaften (Auswahl)

EigenschaftPrüfnormWesentliche Anforderung
AbriebbeständigkeitISO 24338Abhängig von NK: IP-Wert und Abriebklasse (AC1–AC6)
Geometrische Eigenschaften / MaßtoleranzenEN 17539Länge, Breite, Rechtwinkligkeit, Geradheit der Kanten
StoßbeständigkeitEN 17368Kleine und große Fallkörperprüfung, Grenzwerte je NK
FleckenbeständigkeitNorm-AnhangBewertungsstufe ≥ 3 für gängige Prüfmedien
Quellverhalten (Dickenquellung)Norm-AnhangMax. 18 % Dickenquellung nach 24 h Wasserlagerung (Standardanforderung)
WasserbeständigkeitISO 4760Neu aufgenommene Eigenschaft in der Ausgabe 2024
LichtechtheitEN ISO 4892-2 / EN 20105-A02Graustufenbewertung ≥ 4 nach Belichtung
Rollendes StuhlprüfungEN ISO 4918Ersetzt EN 425; Anforderungen je NK
Formaldehyd-EmissionEN 16516 / EN 717-1Klasse E1 (≤ 0,124 mg/m³) als Mindestanforderung

Abriebklassen (AC)

Die Abriebklassifizierung nach EN 13329 reicht von AC1 (niedrige Beanspruchung) bis AC6 (sehr hohe Beanspruchung). Die AC-Klasse wird über den Taber-Abriebtest nach ISO 24338 ermittelt und korreliert direkt mit der empfohlenen Nutzungsklasse. Sie ist ein wesentliches Verkaufsargument und muss auf der Produktkennzeichnung angegeben werden.

Gilt oft in Verbindung mit: